Home | deutsch  | Legals | Data Protection | KIT

Artenschwund: Drastische Warnung vor einem „Weiter so“

Distel Fruchtstand im Winter

„Wir beobachten einen starken Rückgang der Artenvielfalt. Klimawandel, Landübernutzung und Überfischung führen heute zum Kollaps ganzer Ökosysteme. Es ist ein düsterer Ausblick – und wenn wir so weitermachen wie bisher, wird sich die Lebensqualität für kommende Generationen deutlich verschlechtern“, sagt Professorin Almut Arneth vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) des KIT. Gemeinsam mit 26 Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt hat sie gerade einen Überblicksartikel in der Zeitschrift Science veröffentlicht – die bislang umfassendste Zusammenfassung des Wissens zu diesem Thema.

Die Treiber der Umweltzerstörung sind laut Artikel eine wachsende Weltbevölkerung sowie ein in vielen Regionen oder Einkommensschichten ein nicht-nachhaltiges Konsumverhalten. Weil das Weltwirtschaftssystem weiterhin auf Wachstum basiere und immer mehr Menschen mit Nahrung, Energie und natürlichen Ressourcen versorgt werden müssen, komme es weltweit zu einer großen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. „Eine Trendwende ist möglich. Allerdings müssen wir jetzt handeln und die grundlegenden wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Ursachen für den Niedergang angehen“, so Arneth. Die wichtigsten Hebel seien etwa die Beseitigung von falschen Anreizen und die rigorose Durchsetzung von Umweltgesetzen. Grundlage für den Artikel ist eine 1500 Seiten umfassende Bestandsaufnahme, die mehrere hundert Forscherinnen und Forscher – unter ihnen Arneth – im Frühjahr 2019 der Weltkonferenz zur Artenvielfalt des UN-Weltbiodiversitätsrats IPBES vorgelegt haben. (mhe)

 

Zur Originalveröffentlichung: https://dx.doi.org/10.1126/science.aax3100

Zur ausführlichen Meldung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ: http://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=53/2019